Archiv der Kategorie: Schränke & Vertiko

Das Gründerzeit Vertiko, also der Kleinschrank der Stilepoche zwischen 1840 und 1890 Stauraum bietet nicht nur Stauraum, sondern auch echte Handwerkskunst.

Gründerzeit Buffet

Das Buffet der Gründerzeit verdeutlicht die Repräsentationslust des gehobenen Bürgertums. Sprichwörtlich wurde bei der Fertigung geklotzt und nicht gekleckert. Groß, pompös und prunkvoll schmückte es mit kantiger Grundform und auf gedrechselten oder profilierten Füßen die Speisezimmer wohlhabender Leute. Meist aus Eiche oder Nussbaum gefertigt, war es mit aufwendigem Schnitzwerk verziert. Zur Verwendung kam sowohl massives als auch Furnierholz. Der Aufsatz stützte sich in der Regel auf balusterförmige Säulen und bestand häufig aus drei Teilen, wobei der Mittlere ist über die beiden äußeren erhob. Geschmückt wurde der Buffetaufsatz oft mit einer Krone oder einem Kranz. Die Platten der Unterschränke können aus Holz oder Marmor sein. Romanische und gotische Einflüsse und vor allem die der Renaissance sind bei vielen Buffets deutlich erkennbar. Wenn dies der Fall wird ein Buffet der Gründerzeit als Möbel der Neo-Renaissance benannt.

Gründerzeit Buffet heute wie damals – schön und kostenintensiv 

Schlichtere Buffets aus der Gründerzeit, welche für eine wohlhabende Käuferschaft produziert wurden, bestechen durch kostbare Hölzer wie Mahagoni. Das Möbel für die weniger flüssige Kundschaft war meist aus Weichholz gefertigt und so schlicht, dass es nicht den geringsten Zierrat aufweist. Wer wiederum etwas mehr bezahlen konnte, erwarb eines aus Eiche und mit wenigen Stilelementen. Die aktuellen Preise für Gründerzeitbuffets bei aufwendiger Verarbeitung und gutem Erhaltungszustand dürfen auch heute noch als durchaus kostbar gelten. Wer ein gut erhaltenes Gründerzeit Buffet als Antiquität erwerben möchte, sollte dafür einige Tausend Euro einkalkulieren.

Gründerzeit Kommode

Die Kommoden der Gründerzeit haben viel gemein mit dem Gründerzeit Schrank. Das überwiegend für die Wäscheaufbewahrung konzipierte Möbel wurde en gros für die gesamte Käuferschaft meist aus Weichholz gefertigt und verfügt über einen schlichten Aufbau.

Es steht auf kugelförmigen, hohen Füßen. Der Boden der Kommode ist von einem profilierten Rahmen umgeben. In der Regel hat die Kommode mindestens drei Schubkästen. Die Abdeckplatte ist von einem profilierten Rahmen umgeben und steht an den Seiten und zur Front über.

Weichholz als Werkstoff für günstige Gründerzeit Kommoden

Dieser schlichte Aufbau war vor allem den Gründerzeit Kommoden für die nicht so betuchten Käufer zugedacht. Zierelemente wie Diamantquader an Kopfschub oder Sockelleisten, als auch Lisenenleisten mit Schnecken kommen für die besser ausgestatten Haushalte hinzu. Mahagoni und vor allem Nussbaum ist die Grundlage für die Kommoden der Wohlhabenden. Bei Nussbaum kommt findet sich oft eine aufwendige Furnierverarbeitung an Korpus und Deckplatte. Anstelle von Lisenenleisten finden sich bei etlichen Exemplaren gedrechselte oder kannelierte Säulen. Vielfach wird von den Kommoden der Gründerzeit eine Höhe von fast einem Meter erreicht.

Halbschrank und Kommode – Pragmatismus statt Prunk

Ein besonderer Kommodentypus, welcher auch unter die Kategorie Schrank fällt, ist der Halbschrank. Er besteht aus einem oder zwei oberen Schubfächer sowie zwei darunter angebrachten Türen. Gründerzeit Kommoden mit deutlichen – prunkvollen – Historismusanklängen finden sich eher selten, da diese ja in der Regel in Schlafzimmern standen und nicht der Repräsentation, wie während der Epoche der Gründerzeit üblich, dienen konnten. So weisen auch die aufwendigen Gründerzeitkommoden vor allem Stilelemente auf, die sie auf den ersten Blick den Kommoden der folgenden Epoche des Jugendstils sehr ähneln lassen.

Vertiko Gründerzeit – Möbel antik

Das edle Vertiko der Gründerzeit wurde bevorzugt aus Edelholz wie Mahagoni hergestellt, auch Eiche war beliebt. Zur Verwendung kamen sowohl massive Hölzer, als auch Furnierholz. Der hohe, rechteckige Korpus steht in der Regel auf kugelförmigen, hohen Füßen. Bei einigen Exemplaren ist unterhalb der Türen eine offene Ablage, welche nicht ohne die Flankierung von balusterförmigen Säulen auskommt. Typisch sind gefüllte Türen, die von profilierten Pilastern umgeben sind, sowie ein vorgezogener Zargenkasten für die Schublade oberhalb der Türen. Links und rechts von der Schublade ist der Zargenkasten mit einer erhabenen Kassettenschnitzerei verziert. Beim Aufsatz wird die Lust der Gründerzeit an Prunk und Pomp deutlich erkennbar. Der Aufsatz besteht aus einer zweistöckigen und dreiteiligen Ablage. Der mittlere erhebt sich über die beiden anderen, so dass der Aufsatz die Form eines Siegerpodestes hat. Die Ablagen stützen sich auf balusterförmig geschnitzte Säulen.

Gründerzeit Vertiko ist reich an Schnitzwerk

Üblich sind Säulenbekrönungen beispielsweise mit geschnitzten Muscheln oder eine Krone auf der höchsten Stelle des Aufsatzes. Gerne eingearbeitet wurde in den Aufsatz ein Spiegel. Auch ein Schubfach findet sich bei vielen Exemplaren. Ohne den Aufsatz ist das Gründerzeit Vertiko nicht einfach von dem weniger schlichten Vertiko des Jugendstils zu unterscheiden. Hingegen können die Türen des Vertiko Gründerzeit mit reichem Schnitzwerk verziert sein, was sich beim Jugendstil Vertiko in der Regel nicht findet.