Kleiderschrank Gründerzeit

Der Kleiderschrank der Gründerzeit ähnelt frappierend dem des Jugendstils, insbesondere die schlichten Exemplare aus Weichholz. Auf Kugelfüßen steht der hohe rechteckige Korpus. Da das Schlafzimmermöbel nicht übermäßig zur Repräsentation taugte verzichtete man meist auf beliebte dreiteilige Gliederung. Wohlstand äußerte sich im gewählten Rohstoff wie Nussbaum, Schnitzereien oder aufwendiger Verarbeitung von Furnierholz.

Stilelemente der Gründerzeit

Ganz typisch war der Aufbau mit einem oder mehreren Schubfächern im unteren profilierten Zargenkasten. Kannelierte Lisenenleisten mit abschließenden Schnecken säumen die Fülltüren. Bei besonders schönen Stücken sind sie von schlanken Säulen ersetzt. Diamantquader wurde meist an den Außenseiten der unteren oder oberen Zarge gesetzt. Das Dach des abschließenden Zargenkasten steht über. Eingesetzte Spiegel in Türen dienten der Zweckmäßigkeit und verliehen dem Gründerzeit Kleiderschrank eine edle Optik.

Besonders schön anzusehen ist natürlich der dreiteilig gegliederte Kleiderschrank. Bei jenen Stücken steht das mittlere Glied vor und ragt über die beiden äußeren empor. Große Diamantquader oder mehrfach mit Kassetten gefüllte Türen kräftigen die Physiognomie des Gründerzeit Kleiderschrankes.

Ähnlichkeiten zum Jugendstil

Weniger pompös als Schränke für die gute Stube fallen die Kleiderschränke sicher aus, doch die Stilelemente der Gründerzeit finden sich eindeutig wieder und verleihen sparsam eingesetzt selbst dem dreigeteilten Kleiderschrank eine gewisse Eleganz. Auch beim Kleiderschrank der Gründerzeit bleibt letztendlich zu sagen, dass die ganz schlichten Exemplare, welche in der Regel aus Weichholz gefertigt wurden, den Kleiderschränken des Jugendstils sehr ähneln. Doch finden sich auch Kleiderschränke aus Weichholz, die etwas üppiger verziert sind.