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Kennzeichen des Gründerzeit Schreibtisch

Der Gründerzeit Schreibtisch ist in zum Teil sehr verschiedenen Ausprägungen, heute würde man es sicherlich Design nennen, verfügbar. Deshalb bedarf es eines geübten Antiquitäten Auges um Schreibtische der Gründerzeit an den typischen Stilelementen jener Zeit zu erkennen. Typisch für diese Epoche sind z.B. hohe Tischbeine, die eine unverkennbare, balusterförmige Gestaltung haben. Ebenso wurden am Gründerzeit Schreibtisch gedrechselte oder beschnitzte Querstege häufig an den Schreibtischbeinen angebracht. Kannelierungen, Lisenenleisten mit Schnecken, gedrechselte Säulen und Diamantquader finden sich an den unterschiedlichsten Schreibtischtypen. Gefertigt wurden die massiven und voluminösen Schreibtische der Gründerzeit für das Büro oder den Herren aus Nussbaum oder Eiche, ebenso für die Dame oder die heimische Schreibstube. Müßig auf aufwendige Furnierarbeiten gerade bei Fertigungen aus Nussbaum hinzuweisen.

Herrenschreibtisch – typischer Gründerzeit Schreibtisch

Üblich war vor allem der Herrenschreibtisch, welcher auf zwei Säulen mit Schubfächern ruhte – übrigens ein Typ Schreibtisch, welcher in der Stilepoche des Jugendstils übernommen wurde. Die Zierelemente freilich wurden im Jugendstil abgespeckt. Natürlich war auch der Schreibtisch ein Möbel zu Repräsentationszweck, und wurde daher häufig mit üppigem Schnitzwerk und weiteren Stauraum bietenden Aufsätzen versehen. Kronen für den Aufsatz sind durchaus gängig und bieten ein zusätzliches optisches Highlight. Auch bot das Möbel Spielraum für Historismusanklänge, so dass einige durchaus prachtvoll anzusehende Schreibtische etwas überladen wirken.

Jugendstil Schreibtisch übernahm wesentliche Stilelemente der Gründerzeit Schreibtische

Auch beim Schreibtisch erweisen sich die aus Weichholz gefertigten Exemplare als diejenigen bei welchen die Zierelemente sparsam eingesetzt wurden. Üblich sind vor allem Profilierungen und Lisenenleisten mit Schnecken als auch Diamantquader. Dadurch ergibt sich in vielen Fällen eine stilistische Ähnlichkeit mit Schreibtischen des Jugendstils.

Antiquitäten – Gründerzeit Stühle

Freilich ist der Stuhl aus der Gründerzeit so gearbeitet, dass viel Raum für das begehrte Zierwerk blieb. Die Beine der wuchtigen Stühle waren in der Regel mit Stegen verbunden, so dass balusterförmige Drechselarbeiten oder Schnitzwerk sich nicht nur an den Stuhlbeinen finden, sondern eben auch diesen Stegen. Stuhlbeine von nicht balusterförmiger Gestaltung hatten meist die Form kannelierter Säulen.

Der Sitz war original mit Stoff oder Leder überzogen. Rohrgeflecht fand ebenso Verwendung. Prächtig anzusehen sind Lederbespannungen für Sitz und Lehne, in welche Bildmotive geprägt sind.  Die Stuhllehne bot die optimale Fläche für den Stil der Gründerzeit. Die aufwendigsten Stühle der Gründerzeit besitzen eine mehrfach durchbrochene Lehne mit reichem Schnitzwerk, welche von Säulen in tordierter Optik umsäumt ist. Auf der Lehne finden sich darüber hinaus Bekrönungen, ein Designelement welches bei Schränken und anderen Möbeln der Gründerzeit zu finden ist. Das bevorzugte Holz für den Gründerzeit Stuhl war Eiche.

Historismus Boom während der Gründerzeit

Der zur Gründerzeit boomende Historismus erzeugte darüber hinaus noch einige besondere Möbel, auch Sitzmöbel. Eines davon ist der so genannte Armlehnenstuhl des Historismus im Neo-Renaissance Stil. Der Name verrät bereits woher die wesentlichen Anklänge stammen. Die in der Renaissance wieder aufgegriffene Form aus der Antike findet sich am Armlehnenstuhl. Die zwei Stuhlbeine bestehen aus zwei frontausgerichteten, umgekehrten U-förmigen Bögen, welche durch Stege miteinander verbunden sind. Darauf ruht der muldenförmige, ungepolsterte Sitz, den man seinerzeit sicher mit einem Kissen etwas bequemer machte. Die schmale, hoch angesetzte und nicht voll füllende Rückenlehne ist wiederum an einem halbrunden Rahmen befestigte.

Gründerzeit Stühle – eine Anlehnung an historische Gestaltungsvorbilder

Der vordere halbrunde Rahmen ist nicht so hoch und stützt die von der Lehne sich absenkenden und geschwungenen Armlehnen. Die Stuhllehne ist beschnitzt und gekrönt. Die Stuhlbeine laufen meist in so genannten Löwentatzen aus. Dazu passend finden sich, ebenso von der Renaissance inspiriert, geschnitzte Löwenköpfe. Dieser prächtige Armlehnenstuhl ist vor allem ein Repräsentationsmöbel bei dem mit Zierrat zwar nicht gespart wurde, welches jedoch gezielt und geschmackvoll eingesetzt ist. Das ursprüngliche Sitzmodell aus der Antike dagegen war überaus schlicht.