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Antike Kommoden aus der Gründerzeit

Die Gründerzeit bezeichnet die Periode des bürgerlichen Aufschwungs im 19. Jahrhundert, die auf die Anfänge der Industrialisierung folgte. Zeitlich kann die gesellschaftliche Umbruchphase der Gründerzeit nicht genau benannt werden, da sich der Stil, wie alle Kunst- und Designrichtungen, von Nord nach Süd verschieden schnell ausbreitete. Fest steht aber, dass der Stil der Gründerzeit sehr markant ist und darauf abzielte, den erworbenen Reichtum, mit dem bürgerliche Familien nun dem Adel nacheiferten, zu demonstrieren. So sind Gründerzeitmöbel wie antike Kommoden auf repräsentative Größe und Formen ausgerichtet, denn mit diesem Möbelstil wollte man zeigen, was man sich leisten kann.

Antike Kommoden – heute noch repräsentativ

Antike Kommoden aus der Gründerzeit sind daher auch heute noch sehr repräsentative Stücke, die in ihrem einzigartigen Stil als Solitärmöbel ein echter Blickfang sind. Ganz typisch für antike Kommoden aus dieser Epoche sind die gradlinigen und eckigen Kastenformen, deren Strenge aber stilvoll und fast verspielt durch detaillierte Ausschmückungen aufgelockert wird. Virtuoser Umgang mit stilistischen Elementen wie Säulen und Pilastern ist ebenso typisch für antike Kommoden des 19. Jahrhunderts wie die markanten Kugelfüße und die gedrechselten Details. Ein typisches Merkmal von antiken Kommoden aus der selbstbewussten Ära des bürgerlichen Aufschwungs sind auch die Diamantierungen, kleine hölzerne Applikationen, die pyramidenförmig geschliffen sind und bei gut erhaltenen Stücken wundervoll schimmern.

Antike Kommoden aus der Gründerzeit haben einen hohen Wert

Heute sind antike Kommoden aus der Gründerzeit sicher noch nicht unbezahlbar, aber durchaus erhaltenswerte Stücke, die einen hohen Wert haben. Der Charme der Epoche ist ungebrochen und der ideelle Wert von Möbelstücken, die zwei Weltkriege überstanden haben, kann für Antiquitätenfans gar nicht hoch genug angesetzt werden.

Gründerzeit Kommode

Die Kommoden der Gründerzeit haben viel gemein mit dem Gründerzeit Schrank. Das überwiegend für die Wäscheaufbewahrung konzipierte Möbel wurde en gros für die gesamte Käuferschaft meist aus Weichholz gefertigt und verfügt über einen schlichten Aufbau.

Es steht auf kugelförmigen, hohen Füßen. Der Boden der Kommode ist von einem profilierten Rahmen umgeben. In der Regel hat die Kommode mindestens drei Schubkästen. Die Abdeckplatte ist von einem profilierten Rahmen umgeben und steht an den Seiten und zur Front über.

Weichholz als Werkstoff für günstige Gründerzeit Kommoden

Dieser schlichte Aufbau war vor allem den Gründerzeit Kommoden für die nicht so betuchten Käufer zugedacht. Zierelemente wie Diamantquader an Kopfschub oder Sockelleisten, als auch Lisenenleisten mit Schnecken kommen für die besser ausgestatten Haushalte hinzu. Mahagoni und vor allem Nussbaum ist die Grundlage für die Kommoden der Wohlhabenden. Bei Nussbaum kommt findet sich oft eine aufwendige Furnierverarbeitung an Korpus und Deckplatte. Anstelle von Lisenenleisten finden sich bei etlichen Exemplaren gedrechselte oder kannelierte Säulen. Vielfach wird von den Kommoden der Gründerzeit eine Höhe von fast einem Meter erreicht.

Halbschrank und Kommode – Pragmatismus statt Prunk

Ein besonderer Kommodentypus, welcher auch unter die Kategorie Schrank fällt, ist der Halbschrank. Er besteht aus einem oder zwei oberen Schubfächer sowie zwei darunter angebrachten Türen. Gründerzeit Kommoden mit deutlichen – prunkvollen – Historismusanklängen finden sich eher selten, da diese ja in der Regel in Schlafzimmern standen und nicht der Repräsentation, wie während der Epoche der Gründerzeit üblich, dienen konnten. So weisen auch die aufwendigen Gründerzeitkommoden vor allem Stilelemente auf, die sie auf den ersten Blick den Kommoden der folgenden Epoche des Jugendstils sehr ähneln lassen.