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Der Gründerzeit Bücherschrank – das Stilmöbel

In jedem Fall zeichnet sich der Bücherschrank der Gründerzeit durch die typische Grundform des Gründerzeitschrankes aus, insbesondere bei den prächtigen Bücherschränken, welche vor allem Repräsentationszwecken dienten.

Gründerzeit Bücherschrank gibt Blick auf Literatur frei

Sie sind häufig dreiteilig gegliedert, wobei der mittlere Teil höher als die beiden äußeren ist und vorsteht. Der Gründerzeit Bücherschrank steht auf hohen Kugelfüßen, die Basis besteht aus in der Regel profilierten Zargenkästen, welche Schubfächer enthalten. Die Bücher verstaute man hinter Türen mit prächtigen Füllungen, sei es Schnitzwerk oder Kassettendesign. Natürlich wollte man seine literarischen Schätze auch zeigen. Mindestens eine Tür wurde also verglast. Den Abschluss bildet ein überstehendes Dach auf einem wiederum profilierten Zargenkasten. Diese Prunkschränke wurden bevorzugt aus Nussbaum hergestellt, wobei als Alternative zu aufwendigen Schnitzarbeiten eine hochwertige Gestaltung in Furnierholz das Möbel aufwertete. Kannelierte Lisenenleisten mit Schnecken oder anstelle dieser gedrechselten Säulen sind die typischen Zierelemente.

Auch Weichholz kommt in Verwendung

Der weniger aufwendige Bücherschrank hat zwar die hohe rechteckige Grundform auf hohen Kugelfüßen und als Bodenbasis einen oder zwei Schübe, doch verzichtete man auf die pompöse Gliederung. Dieser Typ Gründerzeit Bücherschrank war meist offen gehalten, Glas- oder Volltüren kommen vor. Auf einem Zargekasten ruht das vorstehende Profildach. Kannelierte Lisenenleisten mit Schnecken sind die schlichteren Zierelemente bei dem in der Regel aus Weichholz (Info zu Holzarten – pdf) hergestelltem Möbel. So ist der schlichtere Bücherschrank einer der dem Bücherschrank des Jugendstils ähnelt.

Gründerzeit Kommode

Die Kommoden der Gründerzeit haben viel gemein mit dem Gründerzeit Schrank. Das überwiegend für die Wäscheaufbewahrung konzipierte Möbel wurde en gros für die gesamte Käuferschaft meist aus Weichholz gefertigt und verfügt über einen schlichten Aufbau.

Es steht auf kugelförmigen, hohen Füßen. Der Boden der Kommode ist von einem profilierten Rahmen umgeben. In der Regel hat die Kommode mindestens drei Schubkästen. Die Abdeckplatte ist von einem profilierten Rahmen umgeben und steht an den Seiten und zur Front über.

Weichholz als Werkstoff für günstige Gründerzeit Kommoden

Dieser schlichte Aufbau war vor allem den Gründerzeit Kommoden für die nicht so betuchten Käufer zugedacht. Zierelemente wie Diamantquader an Kopfschub oder Sockelleisten, als auch Lisenenleisten mit Schnecken kommen für die besser ausgestatten Haushalte hinzu. Mahagoni und vor allem Nussbaum ist die Grundlage für die Kommoden der Wohlhabenden. Bei Nussbaum kommt findet sich oft eine aufwendige Furnierverarbeitung an Korpus und Deckplatte. Anstelle von Lisenenleisten finden sich bei etlichen Exemplaren gedrechselte oder kannelierte Säulen. Vielfach wird von den Kommoden der Gründerzeit eine Höhe von fast einem Meter erreicht.

Halbschrank und Kommode – Pragmatismus statt Prunk

Ein besonderer Kommodentypus, welcher auch unter die Kategorie Schrank fällt, ist der Halbschrank. Er besteht aus einem oder zwei oberen Schubfächer sowie zwei darunter angebrachten Türen. Gründerzeit Kommoden mit deutlichen – prunkvollen – Historismusanklängen finden sich eher selten, da diese ja in der Regel in Schlafzimmern standen und nicht der Repräsentation, wie während der Epoche der Gründerzeit üblich, dienen konnten. So weisen auch die aufwendigen Gründerzeitkommoden vor allem Stilelemente auf, die sie auf den ersten Blick den Kommoden der folgenden Epoche des Jugendstils sehr ähneln lassen.